(Alp-)Traumsommer 2022

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Heiß und trocken

Am 31. August endet der meteorologische Sommer. Er war heiß, aber nicht der heißeste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Er wird sich wohl auf Platz 4 ansiedeln. Spitzenreiter bleibt 2003 mit 19,7 Grad Durchschnittstemperatur. Aufgrund der fehlenden Niederschläge wird er aber wohl an vielen Orten der trockenste Sommer werden. Im Westen viel zu trocken, im Osten brachten Starkregenniederschläge vor allem am vergangenen Wochenende aber doch etwas Niederschlag.

In unserer Region (gemessen wurde an meiner Station in Ahlen) bricht er einige Rekorde. Er kommt auf eine Durchschnittstemperatur von 20,1 Grad, und ist somit um 2,3 Grad zu warm. Deutschlandweit misst der DWD 19,2 Grad, was einer positiven Abweichung von 1,6 Grad entspricht. Dabei war der extremste Monat in Ahlen der August, er hat eine Abweichung von 3,3 Grad aufzuweisen (Juni 1,6 Grad, Juli 0,5 Grad). Im Sommer 22 fielen 81 Liter Niederschlag, normal wären 261 Liter auf den Quadratmeter (30%). Gesamtdeutschland kommt auf 145 Liter pro Quadratmeter, normal sind 239 l/m² (60%). Ein krasser Ausreißer? Wohl kaum, in Zukunft werden wir wohl öfter mit solchen Mengen leben müssen, geschuldet dem Klimawandel.

Für Sonnenanbeter gab es 820 Sonnenstunden. Ein „normaler“ Sommer kommt auf 614 Sonnenstunden (135%). Diese verteilen sich auf 35 Sommertage (Temperatur über 25,0 Grad, normal 30 Tage) und 19 heiße Tage (Temperatur über 30,0 Grad, normal 9 Tage). Allein im August gab es 10 heiße Tage, ein neuer Rekord.

Durch die Trockenheit kam es immer wieder zu Wald- und Feldbränden. Die Feuerwehren sprechen bereits vom waldbrandintensivsten Sommer des Jahrhunderts. Auch in unserer Region gab es zahlreiche Brände auf Feldern und in Wäldern.

Und auch die Landwirtschaft hatte mit den Folgen des Sommers zu kämpfen. Während es beim Getreide noch normale bis gute Ernteergebnisse gab, verdorrten Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Sonnenblumen auf den Feldern in der anhaltenden Trockenheit und den staubtrockenen Böden.

Ein Grund für diese heißen und trockenen Sommer sind nahezu stationäre Wetterlagen. Durch die stärkere Erwärmung der Polregionen fehlt unserem Wetter oftmals die Dynamik. Hochs verweilen länger an Ort und Stelle, blockieren so Tiefs, die nicht mehr ostwärts vom Atlantik in Richtung Mitteleuropa voran kommen. Unwetter ziehen nicht mehr so schnell vom Fleck, es gibt oft (auch durch die höheren Temperaturgegensätze) Starkregenereignisse mit Überflutungen. Und in das Ganze spielt zudem ein schwächerer Golfstrom mit hinein.

Frank Beranek

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