Die unendliche Geschichte – Sommer 2018

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Was ist los mit dem Sommer 2018? So wie es aussieht, wird er sogar den Sommer 2003 in den Schatten stellen. Damals war es lange extrem heiß und trocken, bei der Ernte gab es Ertragseinbußen, Stauseen waren teils trocken. Dem steht der derzeitige Sommer in nichts nach. Einzig die Wasserreservois sind noch einigermaßen gut gefüllt.

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Blockierende Hochs wo man hinschaut, eine Zirkulation kann sich so nicht aufbauen, isoliert in der Mitte die kalte Luft.

Aber wieso kommt es zu dieser lang anhaltenden Trockenheit und Hitze?

Unsere Wetterküche liegt im Atlantik. In Mitteleuropa leben wir in der gemäßigten Zone, im Wechsel überqueren uns Hochs und Tiefs, bringen Schönwetterphasen und Phasen mit Niederschlag. Steuernd wirken dabei die polaren Luftmassen im Norden und wärmere Luftmassen im Süden. An der Grenze dieser Luftmassen befindet sich die Frontalzone mit dem Jetstream (Starkwindband). Diese Luftmassen versuchen sich ständig auszugleichen (zwischen ihnen besteht unterschiedlicher Druck und unterschiedliche Dichte). Zusätzlicher Faktor ist die Corioliskraft, die durch die Erddrehung entsteht, und verhindert, dass sich die Luftströme direkt vom Hoch zum Tief bewegen. Durch diese Verwirbelungen entstehen Hochs und Tiefs.

Den Wechsel zwischen Hoch und Tief nennt man auch Rosby-Welle. Und dieses System ist mehr oder weniger in Bewegung. Normalerweise!

Dieses Jahr haben wir es fast durchweg mit geringen Luftdruckgegensätzen zu tun. Rund um die kalte Luftmasse im Norden befinden sich blockierende Hochs. Diese verhindern die Entstehung eines Austauschs der Luftmassen, und das mit einer Beständigkeit, wie ich sie noch nie erlebt habe, und ich beobachte das Wetter seit 30 Jahren! Unser Wettermotor steht. Kleine Tiefs, die sich dennoch bilden können, werden, bevor sie uns erreichen können, vom blockierenden Skandinavienhoch gestoppt. Wir befinden uns im Niemandsland zwischen dem Hoch bei den Azoren und dem o.g. Skandinavienhoch.Über Europa finden wir kaum Isobarenlinien (=Isobarensumpf)

Hinzu kommt der schwächelnde Golfstrom, jene Meeresströmung, die uns mit ihrer warmen Strömung das typische mitteleuropäische Klima bringt. So wird es rund um Grönland kälter, vor der US-Küste wärmer. In wie weit dieser Einfluß mit auf diesen Sommer einwirkt, kann ich Euch nicht sagen. Ohne Auswirkung kann das aber nicht sein! Und damit wären wir bei der Klimaerwärmung… alles ein sehr komplexes Thema, an dem sich viele bekannte Forscher die Zähne ausbeißen und kaum auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

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Und wie geht es weiter? Es kann durchaus passieren, dass sich bei dieser festgefahrenen Wetterlage bis in den Herbst hinein nichts ändern wird. Zunächst wird uns der heiße, ja fast tropisch anmutende Sommer erhalten bleiben.

Wenn es dumm läuft geht der trockene Sommer in einen ebenso trockenen Herbst über, Unwetterlagen bleiben die Ausnahme, Niederschläge ebenso. Das wäre der Supergau! Hoffen wir, dass es nicht so kommt, Mitteleuropa würde zur Steppe!

Weiter gesponnen, und das ist zugegeben sehr hypothetisch, stünde uns ein trockener und kalter Winter, mit ersten frühen Frösten und viel Kahlfrost bevor. Aber so weit ist es noch nicht.

Bleibt die Hoffnung, dass es bald einen Durchbruch gibt, der Atlantik wieder zum Leben erweckt wird und uns endlich den lang ersehnten Regen beschert.

 

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