Wetter Südmünsterland – Das Wetter in Ahlen im Februar 2024

Der wärmste Februar seit Aufzeichnungsbeginn zeigt die Misere in der wir stecken!

Fast den ganzen Februar über wurde milde Atlantikluft nach Deutschland und somit auch in unsere Region geführt. Daraus resultierte sowohl eine deutlich positive Temperaturabweichung, als auch überdurchschnittlich viel Niederschlag. Die teils hohen Pegelstände im Norden des Landes blieben daher erhalten. Ein ausgewachsener Sturm (Tief Wencke) überquerte in der Nacht vom 22. auf den 23.2. das Land und brachte an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste Böen bis Orkanstärke hervor. Die Sonne hatte es den ganzen Monat über schwer, sich gegen die oft kompakte Bewölkung durchzusetzen. Am ehesten schaffte sie dies zur Mitte des Monats und zum Monatsende hin im Süden in Verbindung mit einem Azorenhochableger. Schnee und Frost suchte man auch in den Wintersportgebieten der Mittelgebirge vergeblich. Nur in den Hochlagen der Alpen schneite es in der dritten Dekade etwas ergiebiger.

Sehr milde Nächte und Tage bescheren neuen Temperaturrekord

Das Temperaturmittel lag im Februar 2024 mit beispiellosen 6,6 Grad Celsius (°C) um 6,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,4 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,5 °C) betrug die Abweichung immer noch 5,1 Grad. Damit wurde der bisherige Rekord von 5,7 Grad aus dem Jahr 1990 deutlich übertroffen. Ein Blick auf die typische Märzmitteltemperatur von 3,5 °C (1961 bis 1990) verdeutlicht die außerordentliche Milde des vergangenen Februars weiter. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen, die eher für Mitte April typisch wären, wurden vor allem durch die milden wolkenverhangenen Nächte begünstigt. Bezeichnend ist auch, dass der am 24.2. in Oberstdorf, Allgäu gemessene deutschlandweite Tiefstwert mit lediglich -5,2 °C nur im mäßigen Frostbereich lag. Viele Orte, insbesondere im Westen der Republik, blieben den gesamten Monat frostfrei. In einigen Flusstälern West- und Südwestdeutschlands blieb es sogar frostfrei. Das Maximum wurde am 16.2. mit 18,8 °C im oberbayerischen Rosenheim registriert.

Überdurchschnittlich viel Niederschlag, Schnee ist dabei aber Mangelware

Im Februar fielen mit rund 81 Litern pro Quadratmeter (l/m²) 165 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (49 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (53 l/m²) erreichte die Menge 153 Prozent des Solls. Während im Süden und Südwesten des Landes die Niederschlagsmengen, mit Ausnahme einiger Staulagen, nur etwas über dem Durchschnitt lagen, gab es im großen Rest des Landes oftmals sogar die doppelte Menge. Besonders nass war es mit über 200 l/m² in einigen Staulagen der Mittelgebirge. Die höchste Tagessumme wurde am 7.2. mit 77,4 l/m² in Baiersbronn-Mitteltal, Nordschwarzwald gemessen. Die trockensten Regionen lagen am südlichen Oberrhein und im südlichen Alpenvorland, wo teilweise unter 30 l/m² fielen.

Sonne

54 Stunden Sonne kennzeichneten einen eher trüben Februar, denn der Wert liegt ein Viertel unter dem Soll von knapp 72 Stunden (Periode 1961 bis 1990). Noch deutlicher wird dieses Defizit im Vergleich zu 1991 bis 2020 (76 Stunden). Besonders wenig Sonnenstunden hatten die Sonnenanbeter im Nordwesten des Landes. Mancherorts, wie z.B. rund um Hamburg, reichte es nicht einmal für 20 Stunden Sonnenschein. Deutlich besser kam der Süden des Landes weg, wohl auch dem zeitweiligen Hochdruckeinfluss geschuldet. 80 bis 100 Sonnenstunden wurden südlich der Donau registriert.

Und so war der Februar in Ahlen

Ahlen kam im Februar auf eine Mitteltemperatur von 7,0 Grad. Das sind 5 Grad positive Abweichung! – und das zur wärmeren Referenzperiode 1991 bis 2020. Auch für Ahlen ein neuer trauriger Allzeitrekord! Es fielen an der Station mit 95,6 l/m² 167,7 % des langjährigen Mittels. Somit war der Februar mehr als deutlich zu warm und zu nass. Es war ein dunkler Monat, die Sonne schien gerade einmal 41 Stunden (57 %). Bezeichnend für die Misere: lediglich 1 Frosttag steht im Februar auf der Haben-Seite (28. mit -1,1 Grad). Eigentlich gilt der Februar als sicherer Garant für Winterwetter… Und so kamen wir auch nur auf 5 Bodenfrosttage. Die höchste Temperatur wurde am 16. mit 15,2 Grad erreicht. Schnee gab es im Februar keinen, einen Nebeltag (28.) gibt es zu vermelden. Ansonsten dominierte in der Wersestadt tiefer Luftdruck das Wettergeschehen. Immer wieder zogen Tiefs vom Atlantik über uns hinweg, im Gepäck sehr milde Luft. Die größtenteils bedeckten, und somit milden Nächte trugen einen Großteil zur enormen positiven Temperaturabweichung bei. Zwischenhochs konnten nur kurzzeitig für eine Wetterberuhigung und klare Nächte sorgen. Erwähnenswert noch ein Sturmtief (Wencke), dass uns am 22. mit seiner Kaltfront vereinzelt Sturmböen brachte. Mit 15,2 l/m² am 4. und 17,2 l/m² am 7. war das erste Monatsdrittel das feuchtere Drittel des Monats. Mit einem gemittelten Luftdruck von 1009,9 hPa spiegelt dieser den Einfluss der Tiefs auf unsere Region wider.


Entdecke mehr von

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen