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Der Winter, der keiner war…

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Mildwinter, viel zu warm und viel zu nass!

Der meteorologische Winter 2023/2024 (Dezember 2023 – Februar 2024) war in allen drei Monaten in Ahlen viel zu warm und zu nass. So kamen wir in Ahlen auf ein Mittel von 5,7 Grad (+2,8 Grad) und eine Niederschlagsmenge von 363,6 l/m² (176 %). Deutschlandweit kam der Winter auf eine Mitteltemperatur von 4,1 °C (+1,4 Grad), es fielen 270 l/m² Niederschlag (145 %). So verraten diese Zahlen nebenbei, dass unsere Region eine der wärmsten und nassesten Regionen Deutschlands war. Wir kamen in Ahlen auf 139 Sonnenstunden (99 %), deutschlandweit waren es 156 Stunden (92 %). Insgesamt gab es in Ahlen im vergangenen Winter 19 Frosttage (Minimum der Temperatur unterhalb 0 Grad), 5 Eistage (Maximum der Temperatur unterhalb 0 Grad). Die tiefste Temperatur wurde am 08. Januar 2024 mit -8,0 Grad gemessen.

Von wenigen Stippvisiten abgesehen zeigte der Winter 2023/2024 nur selten seine kalte Seite. Stattdessen bereitete sich die Natur auf den Frühling vor. Starker Hasel- und Erlenpollenflug sorgten schon früh für gesundheitliche Belastungen. Ungewöhnlich hohe Dezemberniederschläge lösten Hochwasser aus, die besonders in den nördlichen Regionen große Schäden hinterließen. Und während der Januar nach dem sehr trüben Weihnachtsmonat mit reichlich Sonnenschein überraschte, brachte der Februar mit großem Abstand einen neuen Temperaturrekord

Sehr milder Dezember, Weihnachtshochwasser lässt auch den Dezember sehr nass enden!

In Ahlen startete der Dezember recht unspektakulär. An den ersten Tagen herrschte sogar leichter Dauerfrost, anschließend brachte uns das Tief Sani auch etwas Schnee, so konnten wir am 4. Dezember am Morgen eine nasse 4cm hohe Schneedecke registrieren. In der ersten Dekade blieb es dann nasskalt mit etwas Schnee und Schneeregen. Ab dem 8. setzte sich dann mildere Luft durch, Tiefs brachten erste stürmische Böen ins Münsterland.

Am 3. Adventwochenende lag ein kräftiges Hoch über der Region (Hoch Fiona), der Druck stieg zwischenzeitlich auf 1037 hPa an. Es war allerdings meist hochnebelartig bedeckt.

Ab dem 19. setzte sich dann tiefer Luftdruck bei uns fest. Immer wieder zogen Tiefausläufer in unsere Richtung, verharrten dabei auch länger über der Region und brachten uns teils ergiebigen Dauerregen, der dann zu Weihnachten zu einer extremen Hochwasserlage in Ahlen und der gesamten Region führte. Aufgeweichte Deiche drohten zu brechen (Hamm, Telgte, Warendorf), und auch die Werse hier in Ahlen führte erneut ein extremes Hochwasser. Der Grundwasserspiegel stieg extrem an, es standen zahlreiche Keller unter Wasser. Dazu blieb es an den Weihnachtstagen sehr mild und windig, teils stürmisch.

In Ahlen gab es im Dezember  2023 bei der Temperatur mit einem Mittelwert von 6,0 Grad eine positive Abweichung von 2,7 Grad. Es fielen 198,6 l/m² Niederschlag (264,8 %). 4 Frosttage und 5 Bodenfrosttage wurden an der Station verzeichnet. Dauerfrost gab es an keinem Tag. Der gemittelte Luftdruck lag bei 1011,0 hPa. Niederschlag fiel an 23 Tagen, davon gab es 4 Tage mit Schneefall, am 04. konnte sich kurzzeitig eine 3 cm dicke Schneedecke ausbilden. An sieben Tagen gab es mehr als 10 l/m² Niederschlag, Spitzenreiter war hier der 25. Mit 35 l/m². Die Tiefste Temperatur lag bei -3,2 °C in 2 m Höhe am 28. d.M. Der Höchstwert bei 11,7 °C (25.). An einem Tag zeigte sich in Ahlen ein Graupelgewitter (30.).

Milder Januar 2024: Niederschlagsreich und dennoch sonnenscheinverwöhnt

Zwischen einem teilweise frühlingshaften Beginn und auch einem milden Drittel enthüllte der Januar 2024 ein zweiwöchiges Winterintermezzo, mit Frostperioden, Schneefällen und einer markanten Grenzwetterlage, die mit gefährlicher Glätte einherging. Nach Rückzug der Niederschläge strahlte die Januarsonne in einem Maße, wie seit zwei Monaten nicht mehr. So zeigte sich die Sonne im Januar 73 Stunden (173%)

Die mittlere Temperatur betrug in Ahlen 3,2 Grad. Das sind 0,7 Grad über dem normalen Mittelwert (1991-2020). Niederschlag fielen 68,8 l/m² (95,6 %). Alles in allem also eher ein unspektakulärer Januar. In Ahlen gab es im Januar  2024 14 Frosttage, 16 Bodenfrosttage und 4 Eistage (Dauerfrost). Ab dem 6. Des Monats stellte sich eine winterliche Wetterlage ein (Hoch Arbo und Hannelore). Mit den beiden Hochs kam mit einer Ostströmung Winterluft zu uns. In diesen Zeitraum fielen auch die Dauerfrosttage. Am 11. Und 12. kam es durch gefrierenden Nieselregen zu gefährlichem Glatteis. Vom 14. bis 17. fielen immer wieder Schneeschauer, am 14. konnte sich eine 3 cm hohe Schneedecke ausbilden. Die gemessene tiefste Temperatur betrug -8,0 Grad am 11. des Monats. Ab dem 21. des Monats setzte sich dann der Atlantik mit milder Luft durch. Hier wurde am 29. auch die Höchsttemperatur mit 13,1 Grad gemessen. Der gemittelte Luftdruck lag bei 1016,1 hPa. Niederschlag fiel an 18 Tagen, davon gab es 6 Tage mit Schneefall.

Rekordtemperatur im Februar, dazu erneut viel zu nass! Die Misere in der wir klimatechnisch stecken!

Ahlen kam im Februar auf eine Mitteltemperatur von 7,0 Grad. Das sind 5 Grad positive Abweichung! – und das zur wärmeren Referenzperiode 1991 bis 2020. Auch für Ahlen ein neuer trauriger Allzeitrekord! Es fielen an der Station mit 95,6 l/m² 167,7 % des langjährigen Mittels. Somit war der Februar mehr als deutlich zu warm und zu nass. Es war ein dunkler Monat, die Sonne schien gerade einmal 41 Stunden (57 %). Bezeichnend für die Misere: lediglich 1 Frosttag steht im Februar auf der Haben-Seite (28. mit -1,1 Grad). Eigentlich gilt der Februar als sicherer Garant für Winterwetter… Und so kamen wir auch nur auf 5 Bodenfrosttage. Die höchste Temperatur wurde am 16. mit 15,2 Grad erreicht. Schnee gab es im Februar keinen, einen Nebeltag (28.) gibt es zu vermelden. Ansonsten dominierte in der Wersestadt tiefer Luftdruck das Wettergeschehen. Immer wieder zogen Tiefs vom Atlantik über uns hinweg, im Gepäck sehr milde Luft. Die größtenteils bedeckten, und somit milden Nächte trugen einen Großteil zur enormen positiven Temperaturabweichung bei. Zwischenhochs konnten nur kurzzeitig für eine Wetterberuhigung und klare Nächte sorgen. Erwähnenswert noch ein Sturmtief (Wencke), dass uns am 22. mit seiner Kaltfront vereinzelt Sturmböen brachte. Mit 15,2 l/m² am 4. und 17,2 l/m² am 7. war das erste Monatsdrittel das feuchtere Drittel des Monats. Mit einem gemittelten Luftdruck von 1009,9 hPa spiegelt dieser den Einfluss der Tiefs auf unsere Region wider.

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